Home Staging Ferienwohnung: Warum Ihre Bude auf Fotos nervt (und wie wir das ändern)

Home Staging Ferienwohnung: Warum Ihre Bude auf Fotos nervt (und wie wir das ändern)

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Wenn Sie durch Airbnb scrollen, worauf achten Sie? Auf den günstigen Preis für die Endreinigung? Quatsch. Sie gucken Bilder. Es ist wie bei Tinder: Wisch und weg. Sie haben genau drei Sekunden, um den Gast zu catchen. Wenn Ihr Titelbild aussieht wie das Wartezimmer von meinem Zahnarzt, sind Sie raus. Egal wie toll die Lage ist. Viele Eigentümer denken, "sauber und ordentlich" reicht. Das ist ein teurer Irrtum. Ich erkläre Ihnen jetzt mal, warum Home Staging Ferienwohnung keine Deko-Spielerei ist, sondern der einzige Weg, um Ihre Preise zu erhöhen.

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Dietrich Bojko
13. Januar 2026
5000

Ich höre es bei fast jedem Vorgespräch: "Wieso Staging? Ich habe doch geputzt!" Ja, super. Ein Krankenhaus-OP ist auch sauber. Wollen Sie da Urlaub machen? Eine Ferienwohnung verkauft sich nicht über Quadratmeter. Sie verkauft sich über ein Gefühl. Der Gast muss das Bild sehen und denken: "Boah, da will ich mich sofort aufs Sofa fläzen." Das Problem: Die Kamera ist eine Diva. Sie sieht Dinge, die unser Auge ausblendet. Ein leerer Tisch wirkt auf Fotos nicht "aufgeräumt", er wirkt tot. Ein nacktes Fenster wirkt kalt. Wir müssen nachhelfen. Wir müssen inszenieren.

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Basis-Arbeit: Räumen Sie den Kram weg!

Bevor ich auch nur die Kamera auspacke, muss die Basis stimmen. Ich sehe oft Wohnungen, die vollgestopft sind mit "Leben". Das ist nett, wenn man da wohnt. Aber auf Fotos? Kabelgewirr hinter dem Fernseher? Weg damit. Die Urkunde vom Kegelclub an der Wand? Abhängen. Der Gast will seinen Urlaub erleben, nicht in Ihrem Leben wohnen. Ich habe keine Lust, am Shooting-Tag erst mal zwei Stunden aufzuräumen (und Sie haben keine Lust, das zu bezahlen).

Damit das klappt: Ich habe einen "Schlachtplan" geschrieben. Gehen Sie den durch, bevor ich klingele. Hier ist die Checkliste gegen das Chaos

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Die Problemzonen (und wie wir sie fixen)

Jeder Raum hat so seine Tücken. Hier ist meine Erfahrung aus hunderten Shootings:

Das Wohnzimmer: Der "Leder-Albtraum"

Viele Vermieter lieben Ledersofas. Sind ja praktisch und abwischbar. Auf Fotos sieht Leder aber meistens kalt, glatt und billig aus. Sorry, ist so. Wir müssen das brechen. Wir brauchen Struktur ("Hygge", wenn Sie so wollen). Werfen Sie eine grobe Wolldecke drüber. Stellen Sie eine Lampe in die Ecke (Lichtinseln statt Flutlicht!). Das Ziel: Es muss gemütlich aussehen, nicht praktisch.

Wie Sie Gemütlichkeit faken: Tipps für das Wohnzimmer-Staging

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Schlafzimmer & Bad: Der Ekel-Faktor

Hier zählt nur eins: Hygiene. Wenn das Bett auf dem Foto auch nur eine Falte wirft, denkt das Unterbewusstsein des Gastes sofort: "Ih, da lag schon einer." Bügeln Sie die Bettwäsche. Ja, ich meine das ernst. Und im Bad? Klodeckel runter! Immer! Niemand will in die Schüssel gucken. Und räumen Sie bloß die Klobürste aus dem Bild.

So kriegen Sie den Hotel-Look hin: Schlafzimmer & Bad: Sauberkeit verkaufen

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Draußen: Verkauf die Sonne, verdammt!

Wir sind im Norden. Sonne ist Mangelware. Wenn Sie eine Terrasse haben, ist das Goldstaub. Aber bitte präsentieren Sie die nicht wie einen Abstellplatz. Weg mit den grauen Planen über den Möbeln! Ein verpackter Grill ist ein hässlicher Kasten. Ein offener Grill ist das Versprechen auf ein Steak. Zeigen Sie dem Gast: Hier kannst du sitzen, auch wenn es mal windet.

Terrasse richtig zeigen: Außenbereich: So wird der Balkon zum Magneten

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"Aber ich will kein Geld ausgeben!"

Müssen Sie auch nicht. Zumindest keine Unsummen. Das ist der größte Blödsinn, den man mir erzählt: "Ich muss erst mal 5000 Euro renovieren." Nein. Meistens sind die Möbel okay. Sie werden nur schlecht präsentiert. Gehen Sie für 100 Euro shoppen. Ein paar neue Kissen in Trendfarben, ein großes Bild für die leere Wand, eine Schale mit frischen Äpfeln. Zack, sieht die Bude 10 Euro teurer aus (pro Nacht!).

Meine Spartipps vom Discounter: Low Budget Staging: 50 Euro für den Wow-Effekt

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Stil-Frage: Verbrennen Sie das Fischernetz

Eine Sache noch: Bitte hören Sie auf mit diesem Kitsch. Ein Fischernetz an der Decke und Plastik-Möwen auf dem Fensterbrett... das war in den 90ern vielleicht mal witzig. Heute wirkt es billig. Wir wollen "Scandi-Style". Wir wollen modern maritim einrichten . Weniger ist mehr. Ein schönes Stück Treibholz ist cooler als zehn Leuchttürme aus Porzellan.

Schluss mit Kitsch: Maritim einrichten: Der moderne Look

Fazit: Ihre Fotos arbeiten für Sie

Sehen Sie es mal so: Die Fotos sind Ihr einziger Mitarbeiter, der 24 Stunden am Tag arbeitet. Er steht auf Airbnb, Booking und FeWo-direkt und versucht, Ihren Laden zu verkaufen. Wollen Sie diesen Mitarbeiter in Jogginghose zur Arbeit schicken? Oder im Maßanzug? Eben. Machen wir ihn hübsch.

FAQ zum Thema

Ganz klares Nein. Wir wollen das Haus ja nicht verkaufen, nur vermieten. Beim Verkauf (Home Staging) werden oft Möbel gemietet und Wände gestrichen. Das ist teuer. Für die Ferienvermietung reicht "Photo Staging". Wir arbeiten mit dem, was da ist. Wir rücken das Sofa, rollen den Teppich weg und werfen eine Decke drüber. Das sind Handgriffe, die Sie selbst machen können (mit meiner Anleitung). Sparen Sie sich das Geld für den Designer und kaufen Sie lieber neue Kissen.

Ja! Das ist kein Wunschkonzert. Wenn Sie auf dem Foto eine teure Espressomaschine zeigen, und der Gast findet bei Anreise nur einen Plastikfilter vor, fühlt er sich betrogen. Zurecht. Das gibt vernichtende Bewertungen ("Irreführende Bilder"). Regel: Was auf dem Foto "fest" aussieht (Kissen, Lampen, Geräte), muss auch da sein. Ausnahme: Verbrauchsgüter. Wenn wir frische Tulpen und einen Obstkorb fotografieren, erwartet niemand, dass die nach 3 Wochen noch frisch sind. Aber stellen Sie dann wenigstens eine hochwertige Kunstpflanze hin, damit der Look stimmt.

Gerade da! Eine Luxus-Villa in erster Meereslinie verkauft sich von selbst. Da guckt keiner auf das Kissen. Aber im Segment "Standard-Wohnung"? Da ist das Haifischbecken. Die Konkurrenz ist riesig. Hier entscheiden Helligkeit, Ordnung und ein liebevolles Detail darüber, ob Sie gebucht werden oder der Nachbar. Durch Staging heben Sie sich von der Masse der "lieblosen Nutzeinrichtungen" ab.

In den Keller oder in einen abgeschlossenen Schrank. Glauben Sie mir: Niemand will beim Frühstück auf das Hochzeitsfoto der Eigentümer gucken. Der Gast fühlt sich dann wie ein Eindringling in Ihre Privatsphäre. Das ist unangenehm. Hängen Sie Urkunden und Familienbilder ab. Hängen Sie neutrale Landschaftsbilder oder regionale Kunst auf. Der Gast will seinen Urlaub erleben, nicht Ihren.

Bevor ich klingele. Planen Sie für eine normale 3-Zimmer-Wohnung ca. 1–2 Stunden "Staging-Zeit" ein (zusätzlich zum Putzen!). Gehen Sie die Checkliste durch, verstecken Sie die Kabel, bügeln Sie das Bett. Warum vorher? Weil meine Zeit Geld kostet. Wenn ich erst mal eine Stunde beim Aufräumen zugucken muss, bezahlen Sie einen Fotografen fürs Warten. Das ist unwirtschaftlich.