So wirkt deine Ferienwohnung auf Fotos besser – Interior-Design-Tipps vom Profi

So wirkt deine Ferienwohnung auf Fotos besser – Interior-Design-Tipps vom Profi

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Warum sehen manche Ferienwohnungen auf Fotos besser aus? Interior Designerin Anna Bergner verrät exklusive Tipps für mehr Buchungen durch perfekte Raumgestaltung.

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Dietrich Bojko
04. August 2026
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Professionelle Fotos sind einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für ein Ferienwohnungsinserat. Doch selbst der beste Fotograf kann nur das zeigen, was der Raum hergibt. Eine durchdachte Einrichtung schafft die Grundlage dafür, dass Räume auf Bildern hochwertig, einladend und einzigartig wirken – und genau dadurch mehr Aufmerksamkeit auf Buchungsplattformen erhalten.

Im folgenden Interview beantwortet Anna, Interior Designerin und Expertin für die Fewo-Gestaltung, die wichtigsten Fragen rund um die optimale Präsentation von Ferienwohnungen. Wer seine Ferienwohnung einrichten lassen möchte, erhält hier wertvolle Tipps aus der Praxis.

Wohnkuche Ziegelwand rot Anna Bergner Interior  Design
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Der erste Eindruck: Anna, was ist aus deiner Sicht der häufigste Einrichtungsfehler bei Ferienwohnungen, der nicht nur Gäste vor Ort stört, sondern auch auf Fotos sofort negativ ins Auge fällt?

Aus meiner Sicht ist der häufigste Einrichtungsfehler ganz klar das fehlende Einrichtungskonzept. Viele Ferienwohnungen sind zwar vollständig möbliert und erfüllen ihren Zweck – aber man merkt, dass die Einrichtung eher spontan entstanden ist. Es steckt keine durchdachte Strategie dahinter und kein roter Faden, der sich durch die Räume zieht.

Dadurch bleibt oft viel Potenzial ungenutzt. Gerade auf Buchungsplattformen entscheiden die Fotos innerhalb weniger Sekunden darüber, ob jemand auf ein Inserat klickt oder weiterscrollt. Eine Ferienwohnung mit einem stimmigen Interior Design fällt auf, wirkt hochwertig und weckt sofort Interesse. Genau dieser erste Eindruck kann den entscheidenden Unterschied machen und den Weg zur Buchung ebnen.

Ein gutes Einrichtungskonzept ist aber nicht nur für ansprechende Fotos wichtig. Es beeinflusst auch das Erlebnis vor Ort. Wenn Farben, Materialien, Möbel und Proportionen harmonisch aufeinander abgestimmt sind, entsteht ein stimmiges Gesamtbild. Gäste fühlen sich intuitiv wohler, entspannen schneller und verbinden ihren Aufenthalt mit einem positiven Wohngefühl. Deshalb ist ein durchdachtes Interior-Konzept aus meiner Sicht die Grundlage für eine Ferienwohnung, die sowohl auf den Inseratsbildern als auch im echten Leben überzeugt.

Farben und Texturen: Als Fotograf achte ich sehr auf Kontraste und Raumtiefe. Welche Farben und Materialien funktionieren in Ferienwohnungen besonders gut, um sowohl in echt als auch auf Bildern eine absolute Wohlfühlatmosphäre zu schaffen?

Ich habe tatsächlich keine festen Farben, die ich grundsätzlich für Ferienwohnungen empfehle. Aus meiner Sicht kann nahezu jede Farbwelt funktionieren – entscheidend ist, wie sie kombiniert wird. Viel wichtiger als die eigentliche Farbe sind die Kontraste. Da gibt es eine spannende Parallele zur Fotografie: Erst durch Kontraste entsteht Tiefe, Spannung und ein Bild, das im Gedächtnis bleibt.

Eine Ferienwohnung kann beispielsweise in sehr dezenten, ruhigen Farbtönen gestaltet sein. Fehlen jedoch die Kontraste, wirkt sie schnell flach, austauschbar und wenig einprägsam. Werden dagegen gezielt dunklere Akzente – etwa in Schwarz, Anthrazit oder einer anderen kräftigen Farbe – eingesetzt, entsteht sofort mehr Dynamik und der Raum gewinnt an Charakter.

Bei den Materialien achte ich darauf, dass sie Wärme und Wohnlichkeit vermitteln und gleichzeitig auf Fotos gut wirken. Natürliche Oberflächen mit einer leichten Struktur sind dafür ideal. Ich bevorzuge beispielsweise Holzoberflächen mit sichtbarer Maserung gegenüber glatten, einfarbigen Möbelfronten. Die feine Textur verleiht Möbeln mehr Tiefe und lässt Räume hochwertiger und einladender wirken.

Wohnzimmer Moodboard Anna Bergner Interior Design
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Das gleiche Prinzip gilt für Textilien. Bezugsstoffe mit Struktur – beispielsweise Bouclé oder andere strukturierte Gewebe – wirken deutlich interessanter als sehr glatte Stoffe. Auch Teppiche mit einer ausgeprägteren Oberfläche, etwa getuftete Modelle oder Hochflorteppiche, sorgen für mehr Gemütlichkeit. Gleichzeitig muss man bei Ferienwohnungen natürlich immer die Pflegeleichtigkeit im Blick behalten. Deshalb sind flach gewebte Muster-Teppiche oft eine gute Alternative: Sie wirken lebendig und kleine Gebrauchsspuren fallen weniger auf.

Auch bei Vorhängen setze ich lieber auf Stoffe mit Charakter als auf vollkommen glatte Materialien. Leinen bringt eine natürliche Struktur mit, Samt wirkt besonders hochwertig und schafft eine angenehme Atmosphäre. Dasselbe gilt für Kissen und Wohnaccessoires. Hoch-Tief-Strukturen, Paspeln, Fransen oder Troddeln sind kleine Details, die sofort mehr Wertigkeit ausstrahlen und auf Fotos deutlich besser zur Geltung kommen als schlichte, glatte Kissen. Oft sind es genau diese feinen Nuancen, die eine Ferienwohnung hochwertiger wirken lassen, ohne dass dafür zwangsläufig ein deutlich höheres Budget nötig ist.

Das perfekte Styling: Vor dem Drücken des Auslösers rücke ich oft noch Kissen zurecht oder verstecke störende Alltagsgegenstände. Was sind deine ultimativen Deko-Must-haves für das perfekte Ferienwohnungs-Foto – und was sollte man vor einem Shooting (oder vor der Anreise der Gäste) lieber in den Schrank verbannen?

Ich habe tatsächlich keine festen Deko-Must-haves, die in jeder Ferienwohnung identisch aussehen müssen. Aber es gibt ein paar Elemente, die aus meiner Sicht fast immer funktionieren und einen Raum sofort wohnlicher und hochwertiger wirken lassen.

Ganz vorne stehen für mich Bilder an den Wänden. Sie geben einem Raum Persönlichkeit und lassen ihn auf Fotos deutlich stimmiger wirken. Eine Ausnahme wäre höchstens, wenn die Wand selbst bereits ein gestalterisches Highlight ist – zum Beispiel durch eine besondere Tapete oder eine andere kreative Wandgestaltung.

Ebenfalls unverzichtbar finde ich eine Vase mit etwas Grün. Das können frische Blumen sein, ein einzelnes großes Blatt oder auch Pampasgras. Gerade Pampasgras ist für Ferienwohnungen eine sehr praktische Lösung: Es sieht elegant aus, hält sehr lange und benötigt praktisch keine Pflege.

Dekokissen auf Sofa und Bett sorgen sofort für mehr Gemütlichkeit und machen den Raum einladender. Eine passende Tagesdecke auf dem Bett würde ich ebenfalls empfehlen. Sie wird von vielen Gästen inzwischen fast schon erwartet und ist eine einfache Möglichkeit, mehr Farbe, Kontrast und Dynamik ins Schlafzimmer zu bringen.

Vorhänge und Teppiche zähle ich zwar nicht zu klassischen Deko-Accessoires, für mich sind sie aber echte Must-haves. Sie verleihen einer Ferienwohnung Wärme, Wohnlichkeit und sorgen dafür, dass Räume auf Fotos deutlich hochwertiger wirken.

Das wären meine persönlichen Top 5. Alles darüber hinaus ist für mich kein Muss, sondern hängt immer von der jeweiligen Ferienwohnung ab.

Pflanzen sind dabei ein schönes Extra. Sie bringen Lebendigkeit in den Raum und lassen eine Ferienwohnung sofort freundlicher wirken. Wer keine echten Pflanzen verwenden möchte, findet heute auch sehr hochwertige Kunstpflanzen, die auf Fotos kaum von echten zu unterscheiden sind.

Am Ende kommt es immer auf die Gegebenheiten der Ferienwohnung an. Grundsätzlich gilt für mich aber: Weniger ist mehr. Lieber wenige, größere Deko-Elemente als viele kleine. Besonders harmonisch wirkt es, wenn Accessoires in kleinen Gruppen arrangiert werden – zum Beispiel zwei unterschiedlich hohe Vasen auf einem Tablett. Das wirkt ruhig, hochwertig und gleichzeitig stilvoll.

Das Lichtkonzept: Licht ist mein wichtigstes Werkzeug, wenn ich Räume in Szene setze. Wie planst du die Beleuchtung in deinen Raumkonzepten, damit sie nicht nur abends gemütlich ist, sondern den Raum auch insgesamt aufwertet?

Für mich ist eine durchdachte Beleuchtung essenziell. Der größte Fehler ist, einen Raum ausschließlich mit einer Deckenleuchte zu beleuchten. Das wirkt schnell ungemütlich und schafft keine wohnliche Atmosphäre. Viel angenehmer ist es, mehrere Lichtquellen auf unterschiedlichen Höhen miteinander zu kombinieren.

Neben der Grundbeleuchtung gehören deshalb für mich immer Akzentleuchten dazu – zum Beispiel eine Stehleuchte in der Ecke, Tischleuchten auf einer Kommode oder einem Sideboard sowie Wandleuchten. Besonders stimmungsvoll ist indirektes Licht, etwa durch LED-Lichtleisten. Im Schlafzimmer lässt sich damit beispielsweise hinter dem Bettkopfteil ein schöner Hotel-Look schaffen.

Aber nicht nur das Licht selbst ist wichtig, sondern auch die Leuchten als Gestaltungselement. Ich setze gerne auf großformatige Pendel-, Tisch- oder Stehleuchten mit Stoffschirmen oder strukturiertem Glas. Solche Materialien wirken lebendiger und hochwertiger als glatte Oberflächen und setzen auch bei Tageslicht schöne Akzente.

Außerdem spielt der Kontrast eine wichtige Rolle. Eine kleine weiße Pendelleuchte vor einer weißen Wand mit weißen Möbeln geht optisch völlig unter. Leuchten sollten sich bewusst vom Hintergrund abheben und als Gestaltungselement wahrgenommen werden. Genau diese Kontraste verleihen einem Raum mehr Tiefe, Charakter und sorgen dafür, dass er auch auf Fotos deutlich besser wirkt.

Anna Bergner
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Der wirtschaftliche Faktor: Viele Vermieter zögern beim Thema Interior Design, weil sie die Kosten scheuen. Warum lohnt sich das Investment in eine professionelle Raumgestaltung und wie schnell spiegelt sich das erfahrungsgemäß in den Buchungszahlen und Preisen wider?

Ich kann gut verstehen, dass viele Vermieter bei diesem Thema zunächst auf die Kosten schauen. Gleichzeitig sollte man Interior Design nicht als Ausgabe, sondern als Investition betrachten. Eine professionell gestaltete Ferienwohnung fällt auf den Inseratsbildern stärker auf, wird häufiger angeklickt und bleibt potenziellen Gästen besser im Gedächtnis. Das schafft die Grundlage für mehr Buchungen und kann – je nach Lage und Zielgruppe – auch einen höheren Übernachtungspreis rechtfertigen.

Wie schnell sich die Investition amortisiert, lässt sich natürlich nicht pauschal beantworten. Das hängt unter anderem vom Standort, der Auslastung und dem bisherigen Zustand der Ferienwohnung ab. Aus meiner Erfahrung unterschätzen viele Vermieter jedoch, wie groß der Einfluss einer durchdachten Einrichtung sein kann. Oft reichen schon eine etwas höhere Auslastung oder ein moderat höherer Übernachtungspreis aus, damit sich die Investition deutlich schneller bezahlt macht, als viele erwarten – in manchen Fällen bereits innerhalb weniger Monate.

Hinzu kommt noch ein weiterer Aspekt: Eine stimmig eingerichtete Ferienwohnung sorgt häufig auch für zufriedenere Gäste. Das kann sich in besseren Bewertungen, mehr Weiterempfehlungen und einer stärkeren Nachfrage widerspiegeln. Ein gutes Einrichtungskonzept arbeitet also nicht nur für den ersten Eindruck auf den Inseratsbildern, sondern trägt über viele Jahre dazu bei, den wirtschaftlichen Erfolg einer Ferienwohnung nachhaltig zu verbessern.

FAQ zum Thema

Der häufigste Fehler ist ein fehlendes, durchdachtes Einrichtungskonzept. Viele Unterkünfte sind zwar funktional, aber spontan und ohne "roten Faden" eingerichtet. Auf den Fotos, die oft in wenigen Sekunden über eine Buchung entscheiden, wirkt das schnell beliebig und das Potenzial der Räume bleibt ungenutzt.

Es gibt keine perfekte Grundfarbe, die immer funktioniert. Entscheidend ist der Kontrast! Werden Räume nur in dezenten Tönen gehalten, wirken sie auf Fotos schnell flach. Erst durch dunklere oder kräftigere Akzente (z. B. Anthrazit oder Schwarz) entsteht Raumtiefe, Spannung und Charakter.

Struktur schlägt Glätte. Auf Bildern wirken Materialien mit sichtbarer Textur deutlich hochwertiger und einladender. Dazu zählen Hölzer mit spürbarer Maserung sowie Bezugsstoffe wie Bouclé, Samt oder Leinen. Auch bei Details wie Kissen werten Fransen oder Strukturmuster den Raum ohne hohes Budget sofort auf.

Für einen wohnlichen und gleichzeitig aufgeräumten Look empfehlen sich: 1. Bilder an den Wänden (für mehr Persönlichkeit) 2. Vasen mit etwas Grün (z. B. das sehr pflegeleichte Pampasgras) 3. Dekokissen & Tagesdecken auf Betten und Sofas 4. Vorhänge mit Textur 5. Teppiche für Wärme und Gemütlichkeit Tipp für das Styling: Weniger ist mehr. Dekoration wirkt am besten, wenn sie nicht im ganzen Raum verstreut, sondern in kleinen, ruhigen Gruppen (z. B. auf einem Tablett) arrangiert wird.

Eine einzelne Lichtquelle von oben erzeugt kaum Atmosphäre und wirkt ungemütlich. Ein gutes Lichtkonzept arbeitet mit verschiedenen Ebenen. Die Kombination aus Grundbeleuchtung, Akzentleuchten (Steh-, Tisch- und Wandleuchten) sowie indirektem Licht (wie LED-Leisten) schafft auf den Fotos eine einladende, hochwertige Stimmung.

Definitiv. Interior Design ist keine bloße Ausgabe, sondern eine Investition, die sich oft schon nach wenigen Monaten rechnet. Eine professionell gestaltete Ferienwohnung sticht in den Suchergebnissen hervor, generiert mehr Klicks und kann durch eine höhere Auslastung und oft auch durch höhere Übernachtungspreise den wirtschaftlichen Erfolg nachhaltig steigern.